|
Der heutige Tag beginnt mit einem Abstieg, und zwar hinunter zum Kirchlein Rellstal (1490 m). Der lichte Wald gibt Blicke frei auf versteckte Bergwiesen, auf denen mal ein kapitaler Hirsch, mal zwei, drei Rehe oder Gämsen weiden - sie nutzen die frühmorgendliche Ruhe für ihr ungestörtes Fressen.
Nach dem Zaluandibach zweigen wir rechts ab und folgen diesem südwärts. Ein prächtiger Blick in Richtung der drei Türme weist uns bereits auf die Gegend hin, die wir heute erreichen werden. Ab der unteren Zaluandi Alpe verlassen wir den Güterweg und folgen einem immer steiler werdenden Bergweg. Reizvolle Bergseen ergeben zusammen mit der immer näher kommenden Kulisse der Drusenfluh einen unvergleichlichen Charakter, wo man wohl spätestens das Lunchpaket auspacken wird und dann die vorgefundene Ruhe einfach geniesst.
Am Schweizertor (2139 m) erinnert das massive Zollhaus an Zeiten, wo Grenzen noch Grenzen waren. Ein atemberaubender Blick gegen Süden belohnt die wenigen, zusätzlichen Schritte zum eigentlichen Übergang: Das Prättigau liegt uns zu Füssen, dahinter tausend Gipfel.
Weiter geht’s hinauf zum Öfapass (2291 m), dem heute höchsten Punkt. Hier können die nahen und senkrecht hohen Kalkwände der Drusenfluh (2830 m) bedrohlich einengend wirken. Eher steil und gewunden führt der Weg zur Lindauer Hütte (1744 m) hinunter. Als blühende Zugabe winkt uns der mit viel Liebe angelegte, alpine Pflanzengarten, gleich neben der Hütte.
|